Bücher

Florjan Lipus
Der Zögling Tjaz

Roman und Nachschrift
324 Seiten, Leinen, € 25,–,
Im Abonnement: € 22,20, WG 1112,
[978-3-99027-009-7]
Erstverkaufstag: 18. 9. 2015
Dieses aufrührerische Buch gehört, vielleicht wie kaum ein anderes, in eine Reihe von Klassikern, die den Eigensinn in der österreichischen Literatur.
dokumentieren.

Deutsch von Peter Handke und Helga Mračnikar (Roman) und Johann Strutz (Nachschrift), herausgegeben und mit einem Nachwort von Fabjan Hafner.

≫Der Zogling Tjaž≪, 1972 im jugoslawischen Slowenien veröffentlicht, erst 1981 in deutscher Übersetzung in Österreich erschienen, erzählt die Geschichte eines Internatsschülers, der mit der Gabe, Gegenstände aus der Ferne zerkratzen zu können, gegen die Obrigkeit aufsteht, entlassen wird und am ersten Tag in Freiheit Selbstmord begeht. Florjan Lipuš ist Kärntner Slowene; er besuchte das Gymnasium im bischöflichen Knabenseminar in Tanzenberg – wie Peter Handke, der mit seiner Übersetzung Roman wie Autor fast 10 Jahre nach Erscheinen in seinem Geburtsland erst bekanntmachte. Handke schreibt: »Tjaž ist eine Gestalt, wie es sie in der Romanliteratur noch nicht gegeben hat: kein Schelm, kein Unschuldiger, kein Sich-Entwickelnder, kein Held, kein Opfer, kein Angeklagter, kein Fremder, sondern weniger und mehr als das alles: ein ›kosmisches Geschiebsel‹ – ein ›Geschiebsel‹, aber ›kosmisch‹.«

Das Buch erscheint hier, mehr als 40 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung, mit einer »Nachschrift « zum Roman, in der Lipuš seinen autobiografischen Kern noch einmal neu bestimmt und die Situation der Kärntner Slowenen im Licht jüngster Entwicklungen reflektiert.