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Olga Flor
Klartraum

Roman
282 Seiten, gebunden, € 23,–, WG 1112
[978-3-99027-096-7], auch als e-book (978-3-99027-158-2) erhältlich
Erstverkaufstag: 8. 9. 2017
Die Arbeit an "Klartraum" wurde gefördert durch ein Elias-Canetti-Stipendium der Stadt Wien
Begehren und Aufbegehren: »Man kann sich allerdings auch weigern, an einer Liebe zugrunde zu gehen.«

Es ist immer dasselbe mit der Liebe. Oder doch nicht? Ändert sie sich, weil die, die lieben, sich ändern? Und wie sähe eine Liebe heute aus? Wo wäre heute ihr Platz? Zwischen Familie und Karriere, in einer Welt, die einen drängt, seinen Vorteil zu suchen, zu erzwingen, den Nachteil des anderen in Kauf zu nehmen. Ist die Liebe in Zeiten umfassender Ökonomisierung mehr als eine Verhandlungssache, bei der der eine die andere (oder umgekehrt) immer über den Tisch zieht? So wie im Fall von P, unserer Protagonistin, und A – dem Allergeliebtesten, dem Antagonisten? –, die sich das kleine große Glück einer leidenschaftlichen Affäre gegenseitig abringen, als wäre es ein Kampf auf Leben und Tod.
Olga Flor hat einen Liebesroman geschrieben, der so ganz anders klingt als das alte Lied vom Glück und Unglück zu zweit, zu dritt, zu viert usw. Haltlos im Begehren, voller Furor im Leiden, aber ohne jeden Seelenkitsch, schmerzhaft klar und nüchtern. Trost? Der Trost liegt darin, nicht aufzugeben.

 

Daniela Strigl in ihrer Einleitung zu Olga Flors Lesung aus  „Klartraum“ im Rahmen der O-Töne 2017

Von Olga Flor stammen einige der wichtigsten Bücher nicht nur der österreichischen, sondern der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur … Nun hat sie mit „Klartraum“ endlich einen Liebesroman geschrieben, einen großen und großartigen Liebesroman, von dem der Verlag im Klappentext so zwischen den Zeilen bezweifelt, daß es einer sei. Vielleicht handelt es sich ja eher um ein Protokoll des Entliebens, aber die Anatomie einer Trennung kommt eben nie ohne die Vorgeschichte des Zusammenfindens, ohne das Hochfest der Liebe und die Beschwörung des Glücks aus. Olga Flor erzählt die Geschichte zweier Menschen, die verbotene Früchte genießen, als paradigmatischen Fall ... „Klartraum“ erzählt also von einer Liebesgeschichte, in der Lust und Verlust sich lange die Waage halten. Von einer Liebesgeschichte, die von Anfang an und wesentlich auch eine – wie es heißt - „Leibesgeschichte“ ist. Olga Flor erzählt, wie immer, in einem der Sache maßgeschneiderten Sprachgewand, rhythmisch, ironisch und selbstironisch, weltumspannend-individuell und bei allem vereinzelten unstillbaren Seelenschmerz nie das große Ganze der Gesellschaft aus den Augen verlierend. Erschreckend klug und schmerzhaft genau schreibt sie ja stets – diesmal aber ist es zuallererst ergreifend, bewegend, anrührend.