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Ludwig Fels
Reise zum Mittelpunkt des Herzens

Roman
160 Seiten, gebunden
[978-3-902497-05-5] vergriffen
Dies ist eine große Liebesgeschichte am Rande des Lebens, eindringlich erzählt und außergewöhnlich bewegend.

Tom und Linda sind ein Paar, lange schon. Jetzt warten sie auf Jack, ihren Freund, und es könnten ein paar gute Stunden werden, die da vor ihnen liegen. Aber so einfach sind die Dinge nicht, denn Tom ist krank, sehr krank. Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit, und auch darum hat Jack sich aufgemacht, noch ein paar feine Sachen für ein Picknick eingekauft und auch seinen Fotoapparat mitgebracht, denn Jack ist Fotograf. Bilder von Tom und von Linda will er machen, etwas, das bleibt und der Erinnerung ein Gesicht gibt. Tom ist damit einverstanden, aber da ist so vieles, was ihm durch den Kopf geht, und nicht für alles will er Worte finden. Es ist der Schmerz des bevorstehenden Abschieds, der sich mit der Liebe zu seiner Frau vermischt zu einer zerstörerischen Eifersucht, die sich nicht besänftigen lassen will, als sei sie das letzte starke Lebensgefühl.
Fels erzählt mit großer Klarheit und mit einer Eindringlichkeit, der man sich nicht entziehen kann. So ist es eine einfache Geschichte geworden, die doch so rätselhaft ist wie das Leben selbst und so bezwingend wie die Liebe.

Ludwig Fels zu seinem Buch

Jeder tritt heraus aus der Gewöhnlichkeit des Daseins, sobald er sich verliebt, vergißt sogar den siebten Himmel, als wäre in diesem Augenblick der Mensch dem Menschen näher als Gott. Dann lächelt man, um die Zähne zu entschärfen. So sanft die Gesichter der Liebenden, so entrückt am Beginn der Jugend, nichts hat daneben Bestand; wie geboren für die Liebe fühlt man sich, wie es so schön heißt, und der Boden verliert seine Festigkeit im freien Fall der Gefühle. Wir alle werden einst sagen: Ich glaube, es muß wunderbar gewesen sein.

Aber der Abschied ist immer eine Variante der Dämmerung, der Nacht davor, danach. Manche weinen nicht einmal oder warten. Abschiede, Trennungen: das Bild des anderen die Wunde im Herzen – mitgenommen in den Rest dessen, was hätte sein können.

Also Liebe auf den ersten und Liebe auf den letzten Blick, ließe sich sagen, Liebe bis zum letzten Augenblick – nach dem zwar nicht die Liebe von einem genommen wird, aber das, was man liebte. Aber noch hält man sich in der Umarmung fest am andern, noch liest man in den Augen des andern das Wort Hoffnung wie rückwärts; die Liebe, manchmal hilft sie, das Leben zu überleben.