Bücher

Anselm Glück
Die Maske hinter dem Gesicht

Roman
348 Seiten, gebunden
€ 25,- / Sfr 44,-, WG 1112
[978-3-902497-22-2]
»Wo steht der Baum, der dich einmal als Sarg umschließt?«
»Die meisten Leute stellen sich vor, insgeheim eine Art Sexbombe zu sein.«
Nur für den Fall, daß es der Kritik nicht auffallen sollte: Dieser Roman ist natürlich keiner. Das aber perfekt. Zwar gibt es Figuren, Schauplätze, Dramen – wir denken da an die blonde Gerda, den Jakominiplatz in Graz und die Sache mit Gilgen, die allerdings in letzter Minute gestrichen wurde –, ein Roman aber ließe sich zum Beispiel leichter nacherzählen. Wodurch er allerdings nicht unbedingt interessanter würde. Es geschieht hier sowieso derartig viel, daß das in Österreich, wo die ganze Sache spielt, gar nicht alles hineinpaßt. Kein Wunder, daß es daraufhin auch komisch ist; daß es aber soviel Intelligenz, Unmoral, Moral, Sprachschärfe und Phantasie funkeln läßt, Zeitspiegel und Spiegelzeit zugleich ist, das ist schon ein Wunder, und das kann eben doch nur ein Roman.
Anselm Glück ist ein unerschöpflicher Bilderfinder und Rätseldarsteller. Mit diesem kaleidoskopischen Buch erweist er sich darüberhinaus als ebenso nachdenklicher wie temperamentvoller Erzähler.