Literatur

Gert Jonke
Es singen die Steine

Ein Stück Naturtheater
128 Seiten, gebunden
€ 10,- / Sfr 15,90
[978-3-902144-36-2], nur direkt ab Verlag


nur direkt ab Verlag
In diesem als Zaubermärchen gestalteten Weltuntergangsdrama erweist sich Jonke erneut als einer der überragenden Dichter der Gegenwart und zugleich als Kritiker auf der Höhe unserer Zeit.
Wie ein Stein ist Wildgruber vom Himmel gefallen, mitten in eine Welt, die aus den Fugen geraten ist. Die Natur, ob Berge, ob Ozean, begehrt auf, genauso wie die Menschen, die von einem autoritären König regiert werden. Ausgestattet mit einem Tuch, einem Hut und einem Horn, die Zauberkraft besitzen, macht sich Wildgruber auf den Weg: um Wunder zu vollbringen, aber auch auf der Such nach sich selbst, nach seinen Erinnerungen und seiner Geschichte, die sich jedoch merkwürdigerweise gleichzeitig an verschiedenen Orten erst zuträgt. Die Welt treibt auf ihren Untergang zu, doch ist wirklich alles verspielt?
Gert Jonke ist mit diesem Stück die Quadratur des Kreises gelungen: ein Stück, das auf alle Fragen, die sich am Ende dieses Jahrhunderts stellen, von der Macht der Großkonzerne bis zu ökologischen Bedrohungen, von den Möglichkeiten der Physik bis zu den Unmöglichkeiten innerhalb der Gesellschaft, anspielt und zugleich reine Poesie ist.
Jonkes überwältigender, bisweilen auch aggressiver Witz, seine barocke Bildflut ist durchzogen von zarten Tönen, auch von melancholischen. Alle Stimmungslagen sind hier angeschlagen, alle Schnitte durch die Welt überraschend gesetzt und einleuchtend.