Literatur

Patricia Marchart
Wilde

Geschichten von Frauen
96 Seiten, gebunden
€ 16,- / Sfr 24,90, WG 1112
Lieferbar nur ab Verlag
[978-3-902144-26-3]
Sätze aus Fleisch und Blut: eine junge Frau erfindet sich Genossinnen: verwildert, wildernd, wild.

Sie heißen Soma, Franziska, Wendy, Lisa, Jade. Sie leben in Ghana, Österreich, Amerika, Finnland, China. Jede von ihnen hat ihre Geschichte. Momente daraus erfahren wir. Im Zentrum steht der eigene Körper, vital, verwundbar. Er beginnt zu begehren, zu lieben: selbstverständlich, zügellos, ohne Scham. Gewalt kann ihm angetan werden, von den Vätern, von den Männern, dann wehrt er sich, mit allen Mitteln, die er hat. Es sind viele.
Die Frauen dieses Bandes sind ungestüm, nicht zu bändigen, aber sie kennen Verzweiflung und Angst. Sie verletzen Regeln, auch sich selbst,
doch immer wieder gelingt es ihnen, die Kraft, die sie bedroht, zu verwandeln. Dann sind sie, für Augenblicke, unversehrt.
Eine Verbündete finden sie in der Erzählerin. Sie mischt sich in die Geschichten ein, treibt ihre Figuren an, fordert sie auf, einen Schritt weiterzugehen. Und dann noch einen.
"Es ist so einfach zu leben, Ich weiß nicht, ob ich es kann", heißt es
einmal. Darum geht es. Um nichts weniger als das.

 

Patricia Marchart zu ihrem Buch

Das einzige, was du auf dieser Welt wirklich immer tun kannst, ist Geschichten erzählen. Mit deinem Körper, mit deinem Blick, mit deiner Bewegung, mit allem, was du bist. Bleibst du stehen, machen die Geschichten mit dir, was sie wollen. Mir ist es das liebste, weil ich dann weiß: ich bin nicht allein. Das sind die Augenblicke, in denen ich schreibe. Jetzt bin ich einer von sechs Milliarden Menschen auf dieser Erde und finde mich ein. Und wirklich: nichts fehlt, nichts geht verloren, alles steht einzeln für sich und ist doch ein Ganzes. Der Tod hält dem Leben das Gewicht. Wir sind frei.