Literatur

Hans Neuenfels
Neapel oder die Reise nach Stuttgart

Erzählung
96 Seiten, gebunden
€ 13,80 / Sfr 21,90, WG 1112
[978-3-902144-15-7]
Lieferbar nur ab Verlag
Es war einmal eine ordentliche Familie ...

Gut haben sie es sich eingerichtet. Katharina und Herbert geben immer noch ein ansehnliches Paar ab, die Söhne, begabt, vielversprechend, sind dabei, die Schule abzuschließen, finanzielle Probleme gibt es keine. Doch eines Tages fliegt ein Stein durchs Panoramafenster und zerschlägt damit ein Idyll, das im Grunde genommen schon lange keines mehr war. Das Ende beleuchtet alles anders. Das, was als unkompliziertes Miteinander galt, verwandelt sich vor dem mißtrauisch gewordenen Blick in eine Erstarrung, die sanft dahinplätschernden Jahre in "Grabenjahre", die das Paar um sich gezogen hat, weil es nicht hinsehen wollte. Doch: was hätten sie sehen können? Und: seit wann?
Mit großem Geschick wechselt Hans Neuenfels die Beleuchtung der Szenen, läßt Bedrückendes in Komisches kippen und wieder zurück, zeigt uns die verletzlichen und exaltierten Seiten seiner Figuren. Entstanden ist so eine vielschichtige, schwungvolle Geschichte – mitten aus dem ganz gewöhnlichen Leben.

 

Hans Neuenfels über das Glück

"Es waren die Künstler, die mich lehrten, daß das Glück grausam sein kann. Und unglaublich kurz. Erschreckend eher. Fast immer kommt es auf Kosten anderer daher. Eisig ist es. Gemein. Obszön. Von blendender Schärfe, von furchtbarer Zufälligkeit, und setzt den Mut zur hilflosen Enttäuschung voraus. Ja, es ist sogar hinterhältig und fahrlässig bis zur Selbstaufgabe. Es hat nichts mit heiler Welt zu tun. Nur eine Gesellschaft, die glaubt, daß sie alles in der Hand hat, versucht das Glück mit den besser gewordenen Menschen in Verbindung zu bringen, als ob das Glück ein Fleißkärtchen wäre, ein Ansporn."