Autoren

Saskia Hennig von Lange

Geboren 1976 lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Frankfurt

Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte. Sie forscht und arbeitet an der Justus-Liebig-Universität Gießen an ihrer Dissertation zum Verhältnis von Bild, Rahmen und Körper in der spätmittelalterlichen Kunst.

2013 Wortspiele-Literaturpreis
2014 Rauriser Literaturpreis
2015 Clemens-Brentano-Förderpreis

2016 George-Konell-Preis

 

LUDATIO VON CHRISTOPH SCHRÖDER ZUR VERLEIHUNG DES GEORGE-KONELL-PREISES 2016:

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

liebe Saskia Hennig von Lange,

 

manchmal, das gebe ich gerne zu, überkommt mich beim Lesen der gegenwärtigen Literaturproduktion eine tiefe Sehnsucht. Sie überkommt mich immer dann, wenn ich den Xten großen Wurf vor mir habe, dessen Klappentext mir ein großes deutsches Panorama anpreist, verbunden mit einer Familiengeschichte. Oder den 68. Roman, der, wieder Klappentextprosa, mit scharfem Blick und soziologischer Genauigkeit ein Großstadtkaleidoskop der Jetztzeit entwirft, wobei die Großstadt selbstverständlich Berlin heißt, denn wir haben ja nur eine Großstadt.

 

Die Sehnsucht, die sich bei mir einstellt, ist eine nach Klarheit und Schärfe, nach Reduktion und Konzentration. Wenn ich mir selbst die Frage stelle: „Was erwarte ich von Literatur?“, so lautet die Antwort: Ich will etwas über den Menschen erfahren, darüber, wie wir denken, handeln, fühlen, leiden und sterben. Ich erwarte von der Literatur einen Erkenntnisgewinn, der mich über mich selbst und über das pittoreske Erleben einer exotischen Erfahrung hinaushebt. Ich gebe es ungern zu, aber Marcel Reich-Ranicki hatte vollkommen Recht mit seinem in verschiedenen Varianten oft wiederholten Satz: „Wenn ich etwas über Indien erfahren möchte, kaufe ich mir ein Sachbuch oder einen Reiseführer, keinen Roman.“

 

Gehen wir also davon aus, dass Literatur im besten Falle in der Lage dazu ist, uns komplexe Welterfahrungen und deren ebenso komplexe Verarbeitungsmechanismen in eine Sprache zu übersetzen, die wiederum allgemein verständlich, das heißt: übertragbar sein muss, ohne den Anspruch der individuellen Zuschreibung an ein Subjekt, an einen Protagonistin oder einen Protagonisten also, aufzugeben.

Und wenn ich darüber nachdenke, welcher deutschsprachige Autor oder welche deutschsprachige Autorin in den vergangenen Jahren diesen Einspruch eingelöst haben, fällt mir sehr schnell und ohne große Umwege Saskia Hennig von Lange ein.

Saskia Hennig von Lange schreibt schmale Bücher, was an sich noch keine Qualität sein muss, aber zunächst schon einmal äußerst wohltuend ist. Die Protagonisten ihrer beiden bislang erschienenen Bücher, der Novelle „Alles, was draußen ist“ und des Romans „Zurück zum Feuer“, sind Einzelgänger. Allein Gelassene, aus dem Leben heraus Geschleuderte; zurückgeworfen auf die grundsätzlichen Fragen, die eben noch übrig geblieben sind, wenn das Leben drumherum erzwungenermaßen zu einem Stillstand gekommen ist. Es sind Menschen, die auf radikale Weise mit sich selbst konfrontiert worden sind und über den Weg der Reflexion ihrer selbst uns wiederum etwas über die Welt verraten.

 

 

 

 

Ich habe das Wort „radikal“ nicht unbedacht gewählt: Saskia Hennig von Lange ist für mich in ihrem Zugriff auf Themen und in ihrer Zuspitzung innerer Konflikte eine radikale Schriftstellerin. Sie lebt, wie ich auch, in Frankfurt am Main, und ich kannte sie bereits, bevor sie zur Schriftstellerin wurde. Als ich dann im Jahr 2013 die Novelle „Alles, was draußen ist“ zu lesen begann, wurde mir schnell klar, dass wir es hier mit einer Autorin zu tun haben, deren Tonfall und Stimmlage wenig gemein haben mit dem dahingeflockten Plauderton der Generation Ich. Es war klar, dass hier jemand Ernst macht. Worum geht es in diesem gerade einmal etwas über 100 Seiten starken Buch?

 

Da ist ein Mann, der Ich-Erzähler, dem man gesagt hat, dass dies der letzte Winter seines Lebens sein werde. Und dass er an seinem Ende große Schmerzen werde erleiden müssen. Bis es soweit ist, gilt es also noch zu erkunden, was zu erkunden ist und zu denken, was zu denken ist.

Der Ich-Erzähler hat sich zurückgezogen in die Räume eines Anatomiemuseums, das er einige Jahre zuvor gekauft hat. Geld ist genug vorhanden, doch die Zeit läuft ihm davon. Er geht durch die Säle, betrachtet die Exponate, eine Kopie von Robespierres Totenmaske, Schädel, sogar Abgüsse weiblicher Geschlechtsorgane. Und Wachsabdrücke des eigenen Körpers, die der Mann anfertigt, von Tag zu Tag.

 

Es geht also zum einen darum, etwas Bleibendes zu schaffen, einen Abdruck des eigenen Körpers hinüberzuretten in die Sphäre des Dinglichen; für den Zeitpunkt, in dem der Körper selbst nicht mehr da sein, langsam zerfallen wird. Die eigene Musealisierung also innerhalb eines Museums, hinter der sich die Frage verbirgt, was von uns bleiben wird, wenn wir gehen müssen. Im Übrigen ist „Alles, was draußen ist“ kein Buch der einfachen Antworten, sondern ein Buch der leisen Fragen, der leise bohrenden Fragen.

 

Wir wissen zum Beispiel sehr wenig über diesen Mann, der da spricht und denkt. Wir kennen seine Vergangenheit nicht, beginnen aber zu ahnen, dass seine derzeitige Lage nicht unbedingt schlechter sein muss als das, was einmal war. Er meistert seine Situation mit Gelassenheit, ja vielleicht sogar mit Würde. Und er hat die tiefe Einsicht gewonnen, dass der Tod unabdingbar zum Leben gehört, oder dass umgekehrt, wie Thomas Bernhard es in „Verstörung“ geschrieben hat, das Leben die Schule des Todes sei. Es ist ein permanenter Echoraum, in den Saskia Hennig von Lange uns hineinführt: Dem Ich-Erzähler werden in seinem Museum tagtäglich die Exponate der Vergänglichkeit vorgeführt, die aber gleichzeitig in ihrer Materialität dem Verschwinden entgegenwirken, während sein eigener Körper zunehmend hinfällig wird, was wiederum durch die Wachsabdrücke, die er anfertigt, konterkariert wird.

 

Und wir als Zuschauer respektive Leser betrachten den Vorgang einerseits distanziert, werden aber unweigerlich durch Saskia Hennig von Langes ungemein suggestive Sprache in das Szenario hineingezogen. Die Sinnlichkeit des Gegenstandes fließt zusammen mit der Sinnlichkeit des Tons. Und da ich davon ausgehe, dass nicht jeder, der hier heute sitzt und zuhört, die Bücher von Saskia Hennig von Lange kennt, erlauben Sie mir bitte, etwas vorzulesen, um Sie mit der Sprache und der Stimmung des Buches vertraut zu machen. Also, ein Zitat:

 

„Und dann schloss ich meine Augen, und ich dachte, dass alles, was unbegreiflich ist, noch weiter besteht, und dachte, dass das ein tröstlicher Gedanke ist, und ich dachte auch, dass ja nicht dieser Raum, den meine Hand einnimmt, und auch nicht diese Zeit, in der ich mich bewege, das ist, was mich ausmacht, und dass ich diesen Raum und diese Zeit ja niemals ausfüllen könnte, und dass das Entscheidende genau dieses Wissen darum ist: das Wissen um dieses haltlose Treiben auf einer weiten Mitte, und dass einem ja nichts anderes übrig bleibt als Mensch, als sich seine Gedanken darüber zu machen. Und dass ein solches Sich-Gedanken-Machen ja den Menschen ausmacht, auch seine Moral. Und dass ohne eine solche Moral der Mensch ja nicht bestehen könnte.“

 

 

 

Fast schon ein verstörendes Wort: Moral. Das muss erst wieder einmal in Erinnerung gerufen werden: Der Mensch als ein denkendes Wesen. Und dass das Denken ein moralischer Akt ist. Und nicht als Kontrast, sondern vielmehr als eine davon nicht zu trennende Konstante, ist es immer wieder der menschliche Körper, der in das Denken hineinspielt, der von Saskia Hennig von Lange überdacht wird. Schreiben als Selbstvergegenwärtigung.

 

Wir können uns auf die Suche nach den Motiven für diese Konstellation machen und werden in der Biografie der Autorin schnell fündig: Saskia Hennig von Lange ist Kunsthistorikerin. Ihre Doktorarbeit befasst sich mit dem Verhältnis von Rahmen, Bild und Körper in der spätmittelalterlichen Kunst.

Es geht also um Grenzen, um Schwellen, die überschritten werden müssen. Es geht um das Draußen und um das Drinnen und um die Frage, ob es überhaupt möglich ist, die Schwelle zu überschreiten.

 

Der Ich-Erzähler in „Alles, was draußen ist“ ist ein Autodidakt. Der Mann sammelt in einem hohen Glasschrank Innenohren, die er mit eigenen Händen plastiniert hat; 300 Präparate des Gehörgangs von Menschen und Wirbeltieren. Die menschlichen Untersuchungsobjekte werden ihm von Medizinstudenten geliefert; die Tiere besorgt er sich aus Tierheimen.

 

 

Sämtlichen Geschöpfen hat er kurz vor deren Tötung eine Losung ins Ohr gehaucht: „Nein, du bleibst hier bei mir, du gehst nicht nach draußen.“ Dann macht er sich auf die Suche nach den Spuren seiner eigenen Stimme.

 

Es geht Saskia Hennig von Lange, das muss betont werden, nicht um eine betont drastische Darstellung oder gar um eine Ästhetik des Ekels. Vielmehr ist ihr daran gelegen, die Eigenbetrachtung, die Betrachtung des Fremden und die Möglichkeit der Verschmelzung von beidem in einen stringenten, sprachlich gefassten Zusammenhang zu bringen. Und das gelingt ihr in größtmöglicher Eleganz. Und in einer ungeheuren Rhythmik: Die Sätze haben Klang und Takt. Wenn Sie schon einmal bei einer Lesung von Saskia Hennig von Lange waren, ist Ihnen mit Sicherheit sofort aufgefallen, dass ihre rechte Hand beim Vorlesen den Takt schlägt, dass die Autorin sich quasi während ihres Vortrags selbst dirigiert. Mir hat sie einmal erzählt, sie habe versucht, sich das abzugewöhnen, aber das habe nicht funktioniert, weil sie dann aus dem Lesegleichgewicht geraten sei.

 

Ich sagte es bereits: Saskia Hennig von Lange ist Kunsthistorikerin. Sie ist kein Produkt des Literaturbetriebs. Sie hat nicht an einer der Schreibschulen in Hildesheim oder Leipzig studiert (was, um das deutlich zu sagen, nicht per se gegen einen Schriftsteller spricht).

 

 

Sie ist damit aber heute als Schriftstellerin automatisch in einer Außenseiterposition, weil sie nicht bereits einen Verlag hatte, nachdem sie die ersten zehn Seiten ihres Manuskripts fertig gestellt hatte und nicht bereits bestens vernetzt und mit den Literaturredakteuren des Landes per Du war, bevor diese überhaupt ein Buch von ihr in der Hand hatten. Der Außenseiterstatus ist ein mir naturgemäß höchst sympathischer, weil ich überzeugt davon bin, dass die wichtigen Impulse nicht aus der Mitte, sondern von den Rändern her kommen.

 

Als sie debütiert hat, war Saskia Hennig von Lange 37 Jahre alt. Das ist sehr jung für einen Menschen insgesamt, selbstverständlich. Aber der Betrieb erwartet heute mit jedem Buch die neue Stimme einer neuen Generation, da sind wir wieder bei den Klappentexten, frisch, überraschend, noch nie dagewesen.

 

Bei Saskia Hennig von Lange hat es ein wenig gedauert, bis es losging. Weil, so hat sie es mir einmal erzählt, sie es nie vorgehabt hatte, im Sinne eines Lebensplans. „Ich wollte nie etwas sein, deswegen durfte es so lange dauern, wie es brauchte“, ein Hennig von Lange-Zitat, das auch in einem ihrer Bücher stehen könnte. Und noch etwas: Sie ist in die Sprache hineingewachsen. Der Vater stand morgens beim Rasieren vor dem Spiegel und rezitierte Gedichte; das Kind konnte bereits Schiller-Balladen auswendig aufsagen, bevor es schreiben lernte. Klingt das befremdlich? Nein, ich finde, das klingt sehr schön.

 

Und andererseits und trotz aller Betriebsferne wäre es völlig falsch, sich Saskia Hennig von Lange als eine eigenbrötlerische oder randständige Person vorzustellen. Sie hat ein Leben, und was für eins: Einen wahnsinnig netten und schlauen Mann zum Beispiel, dem sie unter anderem ihren Nachnamen verdankt. Zwei Kinder, die hier heute im Saal sitzen, noch dazu. Wann hat sie eigentlich Zeit zum Schreiben?

 

Vor einiger Zeit habe ich Saskia Hennig von Lange einmal zu Hause besucht, um ein Porträt über sie zu schreiben. Ich fragte, wo ihr Mann und die Kinder seien. „Die habe ich“, antwortete sie, „zu einer Fahrradtour nach draußen geschickt.“ Es regnete in Strömen. Aber die kannten das offenbar, denn in jenem Winter, in dem Saskia Hennig von Lange ihr zweites Buch, den Roman „Zurück zum Feuer“ schrieb, an den Wochenenden nur, fünf bis sechs Stunden am Tag, wurde der Familienrest zum Schlittenfahren in den Taunus geschickt. Keine allzu schlimme Verbannung also.

 

Ganz offensichtlich braucht Saskia Hennig von Lange nur einen kleinen Impuls für ein Buch. Im Fall von „Alles, was draußen ist“ war es tatsächlich der Besuch des Anatomischen Museums in Marburg im Zuge einer Seminarexkursion.

 

 

Und „Zurück zum Feuer“ hat seinen Ursprung in einer Fotografie, die die Autorin in der Zeitung entdeckt hatte: Ein Foto des ehemaligen Hauses der Boxlegende Max Schmeling in Ollenstedt in der Nordheide, das nach dessen Tod über Jahre hinweg leer stand und langsam zuwucherte. Das genügte.

 

Und wieder ist es ein Text, der ohne jede aufgesetzte Drastik von Wendepunkten und sanften äußeren Erschütterungen erzählt. Da ist ein alter Mann namens Max, der Sätze auf einen Block schreibt, Sätze wie „Das Leben geht seltsame Wege, und kein Mensch kann diesen Wegen folgen.“ Den Block hat der Mann sich von seiner Krankenschwester ans Bett bringen lassen.

 

Da zieht also einer Bilanz. Und da ist der zweite Max, Gutachter in Diensten einer nicht näher bestimmten Behörde. Er ist nach draußen geschickt worden, zu dem leer stehenden, zugewachsenen Haus, um dessen Wert zu taxieren. Der alte Max, das ist der ehemalige Hausbesitzer Max Schmeling, in dessen Kopf sich die Erzählstimme hineinimaginiert. Der Gutachter-Max, der uns zunächst als ein komischer Kauz vorkommt, verliert in diesem Haus zunächst sein Mobiltelefon und dann auch den Bezug zur Zeit und zur Realität.

 

 

 

Nach und nach setzt sich aus seinem Gedankenstrom ein Bild seiner aktuellen Situation zusammen: Er hat vor einiger Zeit seinen Sohn Raphael bei einem Unfall verloren. Seitdem geht bei ihm alles den Bach herunter, den Job lässt er schleifen, seine Ehe vernachlässigt er ebenfalls. Da kommt die dritte Figur ins Spiel, Inge, die Ehefrau des Gutachters Max. Die sitzt zu Hause und wartet auf den Mann, der nicht zurückkommt, weil er ja in Max Schmelings Haus verloren gegangen ist. Und während Max sich in Ollenstedt ein fremdes Leben anverwandelt, entrümpelt Inge die gemeinsame Existenz derart gründlich, dass am Ende nichts mehr davon übrigbleiben kann.

 

Die drei Erzählebenen hat Saskia Hennig von Lange kunstvoll überlagert; sie lösen einander bruchlos und absatzlos ab; sie ergänzen sich auf ihren Reflexionsebenen und sind oft nur dadurch zu unterscheiden, dass der Gutachter-Max aus der Ich-Perspektive, Inge und Schmeling aber in der dritten Person geschildert werden. Der Tonfall bleibt ganz bewusst der gleiche; es ist die kreisende und bohrende Sprache dreier Verzweifelter. Sie alle trauern: Inge und Max jeder für sich um den toten Sohn; Schmeling noch immer um seine 1987 verstorbene Ehefrau Anny Ondra und um seinen Körper, der ihn berühmt gemacht hat und ihm nun nicht mehr gehorchen will.

 

 

 

Da ist er wieder, der Körper. Er wird in „Zurück zum Feuer“ zur Matrize eines ganzen Lebens. Der Körper des Boxers Schmeling, an den man sich noch lange erinnern wird, auch wenn der Mensch Schmeling schon längst gestorben ist. Und der Körper des toten Sohnes, der im Leichenschauhaus unter einer Decke liegt, die ihn nicht wärmt. Um es ganz klar zu sagen: Wer sich für die Biografie der Boxlegende interessiert, ist in diesem Roman falsch. Vielmehr ist es ein Kampf dreier Lebensgeprüfter, den Saskia Hennig von Lange inszeniert, und es ist wieder dieser mitreißend melodische, durchrhythmisierte Tonfall, der uns durch das Buch trägt.

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, was haben wir also? Wir haben den ungewöhnlichen Fall einer Autorin mit zwei schmalen Büchern, die bereits unverkennbar zu einem Werk geworden sind. Wir ehren heute eine Schriftstellerin, die ohne jedes Pathos zu den existentiellen Fragen vorstößt: Wer sind wir? Wie kommen die Gedanken in unseren Kopf? Was bleibt von uns, wenn wir nicht mehr sind? Und wie können wir über all das nachdenken und eine Sprache dafür finden? Wir ehren eine präzise Vermesserin menschlicher Innenräume.

 

 

 

Ich gratuliere Saskia Hennig von Lange sehr herzlich zum George-Konell-Preis des Jahres 2016. Ich gratuliere der Jury zu ihrer ausgezeichneten Entscheidung.

Und ich wünsche uns allen einen möglichst schneereichen Winter. Denn wenn sie die Familie zum Schlittenfahren nach draußen schicken kann, hat Saskia Hennig von Lange möglicherweise Zeit, um ihr drittes Buch zu schreiben.

Ich danke Ihnen.

 



Aktuell im Verlag

216 Seiten, gebunden, € 19,90 / sFr 27,90, WG 1112, [978-3-99027-058-5] e-book: 978-3-99027-127-8 € 12,99, Erstverkaufstag: 28.8.2014
Zurück zum Feuer
Ein Haus im Wald, ein Haus, in dem es nicht nur für Max Schmeling um Leben und Tod geht.

Max Schmeling stirbt. Es gibt nichts mehr, woran er festhalten könnte: Sein Leben als Box-Legende, die Menschen, die ihn begleitet haben, seine Frau Anny Ondra, alles ist längst verloren. Nur eine Kran kenschwester ist bei ihm in diesen letzten Tagen in seinem Haus im Wald. Jahre später steht dieses Haus immer noch leer, verwahrlost und zugewachsen. Ein Sachver ständiger soll entscheiden, was damit nun geschieht, deshalb macht er sich eines Tages auf den Weg zu diesem Haus im Wald. Aber was als Besichtigung beginnt, gerät außer Kontrolle. Während er sich dort verkriecht, nimmt seine Frau zuhause einen ganz anderen Kampf auf und trennt sich von einem Leben, das es schon lange nicht mehr gibt.
Jeder für sich kämpfen in diesem atemlos und mit erschreckender Komik erzählten Roman drei Menschen um ihr Leben, um das Unwiederbringliche. Es ist ein Kampf ohne Gegner, in dem es nichts zu gewinnen gibt und der doch ein Feuer entfacht.


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