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Karl Kraus

geboren 1874 in Böhmen, Publizist und Schriftsteller, einer der bedeutendsten Sprach- und Kulturkritiker, Satiriker und Essayisten, Aphoristiker und Dichter deutscher Sprache. Er starb 1936 in Wien.


Aktuell im Verlag

Reihe Österreichs Eigensinn - 800 Seiten, gebunden € 28,– / sFr 38,20, WG 1111 Im Abonnement: € 25,90 / Sfr 35,60 [978-3-99027-006-6], Erstverkaufstag: 26.2.2014
Die letzten Tage der Menschheit
»Wer ihn gehört habe, der wolle nie mehr ins Theater gehen, das Theater sei langweilig verglichen mit ihm, er allein sei ein ganzes Theater, aber besser, und dieses Weltwunder, dieses Ungeheuer, dieses Genie trug den höchst gewöhnlichen Namen Karl Kraus.« Elias Canetti

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Franz Schuh

Einem „Marstheater“ hat Karl Kraus seine Weltkriegstragödie zugedacht – weil sie mit ihren über 200 Szenen nicht nur im Umfang über jede menschliche Vorstellung hinausgeht. Die Tragödie findet hier nicht nur auf dem Theater statt, sie ist eine Katastrophe von apokalyptischen Dimensionen, der Untergang der Welt in einer „Extraausgabee“. Und so endet der Krieg, gegen den Karl Kraus mit satirischem Furor und moralischer Beschämung Krieg geführt hat, hier nicht mit einem Frieden: „Dieser nicht.“  Denn: „Er hat sich nicht an der Oberfläche des Lebens abgespielt, sondern im Leben selbst gewütet. Die Front ist ins Hinterland hineingewachsen. Sie wird dort bleiben.“ Und Karl Kraus spürt ihrem Verlauf nach: in der Presse wie im Militärkommando, im Café wie am Schlachtfeld, im Wurstelprater wie vorm Kriegsgericht und vor allem in dem von Chauvinismus und Gewissenlosigkeit verseuchten Denken und Sprechen seiner zeitgenossen. Aus Erfundenem wie Gefundenem gestaltet Karl Kraus ein großes Panorama des Schreckens, den tragischen Karneval einer Menschheit im Vernichtungsrausch: ein literarisches Fanal, Mahnmal und Monument.

 

Franz Schuh, geboren 1947, Essayist und Kritiker, studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik in Wien, wo er auch lebt. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Österreichischer Kunstpreis für Literatur 2011. Zuletzt erschien: »Der Krückenkaktus« (2011).