Autoren

Florjan Lipus

geboren 1937 in Kärnten, lebt in Sele/Sielach, Unterkärnten.

Er veröffentlicht auf Slowenisch Romane, Prosa, Essays, szenische Texte. Mehrere seiner Bücher erschienen in deutscher Ubersetzung. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Petrarca-Preis 2011 und den Franz-Nabl-Preis 2013.

Herausgegeben von Fabjan Hafner, geboren 1966, Kärntner Slowene, Schriftsteller, Literaturwissenschaftler, Übersetzer.
Übersetzung von Peter Handke, geboren 1942 in Griffen, Kärnten und Helga Mracnikar, geboren 1953 in Klagenfurt. Die Nachschrift wurde von dem Literaturwissenschaftler und Übersetzer Johann Strutz, geboren 1949, übertragen.



Aktuell im Verlag

324 Seiten, Leinen, € 25,–, Im Abonnement: € 22,20, WG 1112, [978-3-99027-009-7] Erstverkaufstag: 18. 9. 2015
Der Zögling Tjaz
Dieses aufrührerische Buch gehört, vielleicht wie kaum ein anderes, in eine Reihe von Klassikern, die den Eigensinn in der österreichischen Literatur. dokumentieren.

Deutsch von Peter Handke und Helga Mračnikar (Roman) und Johann Strutz (Nachschrift), herausgegeben und mit einem Nachwort von Fabjan Hafner.

≫Der Zogling Tjaž≪, 1972 im jugoslawischen Slowenien veröffentlicht, erst 1981 in deutscher Übersetzung in Österreich erschienen, erzählt die Geschichte eines Internatsschülers, der mit der Gabe, Gegenstände aus der Ferne zerkratzen zu können, gegen die Obrigkeit aufsteht, entlassen wird und am ersten Tag in Freiheit Selbstmord begeht. Florjan Lipuš ist Kärntner Slowene; er besuchte das Gymnasium im bischöflichen Knabenseminar in Tanzenberg – wie Peter Handke, der mit seiner Übersetzung Roman wie Autor fast 10 Jahre nach Erscheinen in seinem Geburtsland erst bekanntmachte. Handke schreibt: »Tjaž ist eine Gestalt, wie es sie in der Romanliteratur noch nicht gegeben hat: kein Schelm, kein Unschuldiger, kein Sich-Entwickelnder, kein Held, kein Opfer, kein Angeklagter, kein Fremder, sondern weniger und mehr als das alles: ein ›kosmisches Geschiebsel‹ – ein ›Geschiebsel‹, aber ›kosmisch‹.«

Das Buch erscheint hier, mehr als 40 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung, mit einer »Nachschrift « zum Roman, in der Lipuš seinen autobiografischen Kern noch einmal neu bestimmt und die Situation der Kärntner Slowenen im Licht jüngster Entwicklungen reflektiert.