Autoren

Birgit Birnbacher

geboren 1985 in Schwarzach im Pongau, lebt in Salzburg.

Sie arbeitete als Behindertenpädagogin in der Kinder- und Jugendarbeit, u.a. in Äthiopien und Indien, studierte Sozialwissenschaften in Salzburg, wo sie als Soziologin und Autorin lebt. Seit 2011 erste Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. »Wir ohne Wal« ist ihr erstes Buch.
2015 Rauriser Förderungspreis
         Autorenpreis zum Irseer Pegasus
2016  Theodor-Körner-Förderpreis
          Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung


»Es ist erstaunlich, wie es der Autorin gelingt, unterschiedliche Grade an emotionaler Beteiligung, Brüche, Sprünge und Komik zu erzeugen, ohne den mitreißenden Fluss des markant rhythmisierten Parlandos und die spürbare Energie des eigenwilligen Sounds zu verlieren, der die Leser in die Erzählsituation hineinzieht.« Laudatio zum Irseer Pegasus


Aktuell im Verlag

168 Seiten, gebunden, € 18,–, WG 1112 [978-3-99027-089-9], auch als e-book erhältlich, Erstverkaufstag: 8. 9. 2016
Wir ohne Wal
Was fängt man an mit einem Leben, das längst angefangen hat? Birgit Birnbacher ist eine neue, sehr eigenwillige Stimme, die Empathie und Präzision zusammenzubringen versteht.

Birgit Birnbachers Figuren lassen Wale steigen, leihen sich Geld bei der Bank für eine Fischbude in Camden, klettern einarmig auf den Springturm im Freibad, wenn Herbst ist, sitzen mit anderen nackt in fremden Wohnzimmern, wollen was tun, aber am liebsten was Großes. Sie sind politisch, fühlen sich machtlos, solidarisieren sich. Nehmen Drogen, aus Langeweile, überfallen eine Tankstelle, aus Dummheit. Sie leben in der Kleinstadt, sie wollen nicht unbedingt weg, aber hier sein allein reicht nicht. Sie suchen ihren Platz, und während sie sich fragen, was es zu bedeuten hat, dass der Mensch genetisch zu über 50 Prozent mit einer Banane übereinstimmt, kriegt einer die Kurve und eine andere die Panik.
Viel war die Rede von denen über 30. Doch was machen die mit Mitte 20? Ausbildung, studieren, etwas anderes, alles anders. Feiern, die Welt verbessern, labern. Aber das Leben: Ist das schon das Leben? Ist das alles schon ernst? Während sie noch darauf warten, dass es beginnt, müssen sie erkennen, sie sind längst mittendrin. Und aus diesem Mittendrin stürzt sich jemand von der Brücke und einer schaut zu.