Autoren

Ulrich Koch

Lyriker, geboren 1966 in Winsen an der Luhe (Niedersachsen), lebt in Radenbeck bei Lüneburg.

Er veröffentlichte seit 1995 zahlreiche Bände mit Gedichten und wurde 2011 mit dem Hugo-Ball-Förderpreis ausgezeichnet.



Aktuell im Verlag

160 Seiten, gebunden, € 24,–, WG 1152 [978-3-99027-098-1], Erstverkaufstag: 8. 9. 2017
Selbst in hoher Auflösung
Ich habe einen Brief an meine Mutter geschrieben, sie soll mich noch einmal austragen, aber diesmal bis ans Meer.

»Wohin bleiben.« – so endet eines dieser Gedichte, mit einer Feststellung, nicht als Frage. Als hätte sich einer damit abgefunden, dass seine Sehnsucht unstillbar ist, an das gebunden, was er sieht. Ein aufgeschnittener Apfel? Das Gesicht der Geliebten. Ein Nummernschild? Fast ein Name.

Bis zum Meer ist es hier nicht weit, wenig weiter, als der Blick reicht. Und was er sieht, sind die alltäglichsten Dinge, in einem Glanz, als würde er sie zum ersten Mal sehen, als wäre es Morgen. Die Welt dieser Gedichte ist eine Welt des Hinterlandes, der Pendlerzüge, der Überlandleitungen. Sie erzählen (ja, auch das tun sie) aus einem Leben im Rückzugsgebiet und sehnen sich immer und ewig »nach jenem anderen Gedicht, dem mit den heruntergekurbelten Seitenfenstern«.

Lebenssatt und diskret und unwiderstehlich sanft sind diese Gedichte: Sie treffen (ohne Ziel), mit niedriger Geschwindigkeit und geringer Geräuschentwicklung. Oder, wie es einmal heißt: »Ich schreibe alles auf, / Schrift Kaliber 22.«