Autoren

Joseph Joubert

geboren am 7. Mai 1754 in Montignac, Périgord, gestorben am 4. Mai 1824 in Paris.

Er studierte in Toulouse Rechtswissenschaft und Altertumswissenschaften. 1778 ging er nach Paris, wo er die Bekanntschaft von Denis Diderot machte, sich als hochgeschätzter Gesprächspartner unter den intellektuellen Großen seiner Zeit bewegte und sich mit Chateaubriand, Restif de la Bretonne u. a. befreundete. Von den politischen Entwicklungen nach der Französischen Revolution enttäuscht, lebte er spater abwechselnd in Paris und zurückgezogen auf dem Land in Villeneuve-sur-Yonne.

Martin Zingg, geboren 1951 in Lausanne, lebt als Autor, Vermittler und Übersetzer in Basel. Von 1982 bis 2006 gab er, gemeinsam mit Rudolf Bussmann, die Literaturzeitschrift âdrehpunktá heraus. Zuletzt erschienen: âSelbstanzeigeá (Prosa, 2015) und âEmmanuel Bove: Geschichte eines Wahnsinnigená (Übersetzung, 2016).



Aktuell im Verlag

Auswahl, Übersetzung und Vorwort von Martin Zingg mit einem Nachwort von Paul Auster ca. 168 Seiten, Leinen, Leseband, ca. € 20– WG 1119, [978-3-99027-217-6] Erstverkaufstag: 2. 3. 2018
Alles muss seinen Himmel haben
Einer der großen unentdeckten Mit-Denker der französischen Aufklärung.

Er hat ein Leben lang geschrieben: Notizen, Beobachtungen, Apercus, winzige Essays, Tag fur Tag. Einfälle aller Art, Keime zu künftigen Werken, die er dann doch nicht verfasste. Versammelt waren sie auf losen Zetteln und in 205 kleinen Notizbüchern – und niemand wusste davon. Erst nach seinem Tod sind die Aufzeichnungen von Joseph Joubert erschienen (sein erster Herausgeber war im Übrigen sein Freund Chateaubriand). Und immer noch sind sie kaum bekannt. Die Wenigen, die sie kennen, sind glühende Verehrer, von Maurice Blanchot über Elias Canetti bis Paul Auster.
Zu entdecken ist ein scharfer und wendiger Geist, der unaufhörlich in Bewegung ist und keine Themen scheut. Er schreibt über Leidenschaften, Fragen der Ästhetik und des Rechts, über optische Geräte, Moral, antike Kunst, über Politik und fremde Völker und Liebe. Alles interessiert ihn, nichts scheint seiner Betrachtung unwürdig. Sein schweifendes Nachdenken fordert ständig Überraschungen zutage, ist subtil und elegant, erfrischend und pointiert, ohne es auf Pointen anzulegen, zugleich intimes Selbstgespräch wie offene Auseinandersetzung mit der Welt. Sie werden staunen, wie nahe er uns damit heute noch ist.