Autoren

Benno Meyer-Wehlack

Geboren 1928 in Stettin, lebt seit 1936 in Berlin.

Unter anderem erschienen: "Die Versuchung", 1958; "Pflastermusik. Geschichten in Berlin und anderswo", 1980; "Das Theaterkind", 1985; zahlreiche Fernseh- und Hörspiele ("Wenn schon Hörspiel, dann mit Benno Meyer- Wehlack", Günter Grass).

Auszeichnungen 
1957 erhielt er den Hörspielpreis der Kriegsblinden.

 



Aktuell im Verlag

128 Seiten, gebunden € 17,- / Sfr 26,50, WG 1112 [978-3-902144-59-1]
Ernestine geht
Ein Buch des Erinnerns und Bewahrens, ein Denkmal für eine Frau, die bislang niemand kannte.

Ernestine war einem Mann versprochen gewesen. Er mußte in den Krieg, galt als verschollen. Eines Tages aber sah sie ihn mit Frau und Kindern auf der Straße. Da wandte sie sich von dieser Seite des Lebens ab und blieb allein.
Allein in der Wohnung im siebten Wiener Bezirk, in der sie schon gelebt hatte, als es noch einen Kaiser gab. Erinnerungsstück kam zu Erinnerungsstück, nichts wurde je fortgegeben, das Herzstück und geheime Zentrum aber bildet die Spanische Wand, vollgehängt mit Familienphotos. Dort steht Ernestine, wenn sie ihren Besuchern, der Nichte und deren Mann, erzählt.
Viel erzählt sie nicht. Nicht von ihrem Vater, der auf keinem der Bilder zu sehen ist, nicht von ihrem Bruder, der als Kadett beim Rudern ertrank. Das Ausgesparte jedoch ist es, was den ihrer Welt Näherkommenden besonders anzieht.
Mit schöner Genauigkeit beobachtet, benennt, beschwört Benno Meyer-Wehlack Gewohnheiten, Orte, eine letzte Überlebende, ihr Jahrhundert; versucht so festzuhalten, was entgleiten wird.

 

Benno Meyer-Wehlack zu seinem Buch

Die Fräulein - Überlebende. Immer umgab sie etwas anderes als andere Frauen.
Ernestine, sehr alt, eine ehemalige Bankbeamtin. Vielleicht Hilfe benötigend. Oder auch nicht. Selbständig, einsam, fast ein Leben lang. Nicht unglücklich.
Ein Rätsel. Eine Faszination. Teile der Geschichte einer Familie. Durch sie hindurch die Stadt Wien. Die seit 1913 nicht veränderte Wohnung im VII. Bezirk. Voller Geschichte.
Ernestines beharrliches Schweigen über Vergangenheit, die Familie und ihr Leben brachte mich zum Schreiben.