Autoren

Erwin Bohatsch

1951 geboren in Mürzzuschlag, Steiermark, lebt in Wien und Beistein,Steiermark.


1971-1976 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.
Ausstellungen (u. a.) 1983 Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz
1985 DAAD-Galerie, Berlin
1992 Buchpräsentation bei der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst, Salzburg
1998 Kunsthaus Bregenz
1999 Museum Moderne Kunst Sammlung Ludwig, Wien
2001 Galerie im Traklhaus, Salzburg

Auszeichnungen 
1983 Otto-Mauer-Preis
1996 Preis der Stadt Wien



Aktuell im Verlag

72 Seiten, 42 farbige Abbildungen Format 23,5 x 28 cm, broschiert € 34,80 / Sfr 49,90, WG 1583 [978-3-902144-10-2], nur direkt ab Verlag

nur direkt ab Verlag
Arbeiten auf Papier
Wenn die Arbeit an den großen Formaten in Routine zu erstarren droht, die aufgespannte leere Leinwand in ihrer Perfektion mich anglotzt, wenn nichts mehr geht, sich das Gefühl breit macht, am Nullpunkt zu sein – an solchen Tagen mache ich ausschließlich Arbeiten auf Papier.

Mit einem Text von Peter Waterhouse

Erwin Bohatsch über seine Papierarbeiten

Wenn die Arbeit an den großen Formaten in Routine zu erstarren droht, die aufgespannte leere Leinwand in ihrer Perfektion mich anglotzt, wenn nichts mehr geht, sich das Gefühl breit macht, am Nullpunkt zu sein – an solchen Tagen mache ich ausschließlich Arbeiten auf Papier.
So entstehen die Papierarbeiten schubweise mit großen zeitlichen Zwischenräumen, sie sind keine Vorstufe zu den Leinwandbildern, sondern in sich geschlossene Arbeiten.
Es gibt keinen fixen Plan (eine gewisse Absichtslosigkeit ist mir wichtig), sondern es geht mir darum, einen Prozeß in Gang zu bringen.
Das Material Papier mit seiner Leichtigkeit, beinahe Körperlosigkeit im Gegensatz zu den aufgespannten Leinwänden kommt mir dabei sehr entgegen – es hat keine physische Dominanz.
Ist eine Arbeit fertig, hefte ich diese mit dünnen Stahlstiften an die Atelierwand. Nach einigen Tagen ist so ein Block von mehreren Blättern entstanden. Jetzt kann ich entscheiden, welches Blatt ich aus der Gruppe nehme, es weiter bearbeite oder aber auch zerstöre.

Wichtig ist, daß das Papier immer dasselbe Format hat – es ist nie quadratisch, meistens ein Hochformat. Das hängt mit dem (vertikalen) Bildaufbau zusammen und ist ein Punkt, an dem sich die Papierbilder mit den Leinwandbildern treffen.
Ich würde die Blätter nicht als Serie bezeichnen, sondern als Werkgruppe, wobei jede Arbeit ihre Eigenständigkeit hat.
Im Gegensatz zu den Ölbildern sind die Papierarbeiten spontaner und intimer. Ich mache sie am Tisch sitzend, was an Tagebuchaufzeichnungen erinnert, sie sind sozusagen ungefiltert. In den neuen Arbeiten sind oft Bleistiftlinien eingebaut, wobei die Zeichnung teilweise mit den Farbfeldern, teilweise dagegen läuft. Dadurch entstehen kleine Brüche, die eine Spannung erzeugen. Sie sind, wie auch die Leinwände, ein Appell an die Sensibilität des Auges.