Autoren

Robert Louis Stevenson

geboren 1850 in Edinburgh, gestorben 1894 Samoa.

Er studierte bis 1875 Ingenieurswesen und Jura, hatte aber schon während des Studiums eine Schriftstellerkarriere angestrebt und erste Erzählungen veröffentlicht. Nach mehreren originellen Reiseberichten erlangte er durch seinen Roman Die Schatzinsel (1883) Weltruhm. Weitere historische Romane und phantastische Erzählungen folgten: Entführt (1886) und Dr. Jekyll und Mr. Hyde (1886) sind nur die bekanntesten Titel eines vielseitigen Oeuvres, das auch Gedichte, Theaterstücke und Essays umfasst. Nach drei langen Kreuzfahrten durch die Südsee ließ sich Stevenson mit seiner Familie auf Samoa nieder..



Aktuell im Verlag

136 Seiten, gebunden € 17,95 / Sfr 27,90, WG 1111 [978-3-902497-73-4], lieferbar
Der Strand von Falesá
Stevensons grandiose Erzählung aus der Südsee erstmals aus der unzensierten Ur-Fassung ins Deutsche übertragen.

Nach dem ungekürzten Originalmanuskript übersetzt und herausgegeben von Alexander Pechmann

Wer Robert Louis Stevenson und Südsee hört und dabei an »Die Schatzinsel« denkt, der gibt zwar wieder, was die halbe Berühmtheit dieses Autors ausmacht – die andere Hälfte gehört »Dr. Jekyll und Mr. Hyde« –, aber die Wahrheit ist damit nicht getroffen. Vielmehr hat Stevenson ab 1890 seiner kranken Lunge wegen die letzten Jahre seines kurzen Lebens auf Samoa verbracht und dort, ehe er 1894 starb, die ihm wichtigsten Werke geschrieben, darunter auch diese Erzählung, die er selber für seine beste hielt.
Die Südsee-Inseln hatten damals bereits ihre Unschuld verloren und waren vielfach in die Hände skrupelloser Händler geraten. Deren Machenschaften, die hier Ausgangspunkt und moralische Inspiration sind, finden ihre dunkle Verkörperung in dem gewissenlosen Case. Er ist der Gegenspieler des Erzählers, der erst im Laufe der Geschichte sich der Verantwortung für die junge Insulanerin bewusst wird, nachdem er sie ohne langes Nachdenken in einer theaterreifen Szene scheinbar zur Frau genommen hatte. Die ungewöhnlich direkt und unverblümt geschilderte Liebe zwischen den beiden war allerdings so wenig das, was man sich damals unter einer romantischen Südsee-Geschichte vorstellte, wie die brutalen Unsitten der Kopra-Händler dem kolonialen Selbstverständnis der damaligen Leserschaft entsprachen. Umso glaubwürdiger und wahrhaftiger fesselt die Erzählung uns heute.