Autoren

Adalbert Stifter

geboren 1805 in Oberplan (Böhmen), studierte in Wien Rechtswissenschaften. Er war zunächst Privatlehrer, danach freier Schriftsteller und ab 1853 als Konservator für Oberösterreich bestellt. Er starb 1868 in Linz.


Der Herausgeber, Karl Wagner, geboren 1950 in Steyr. Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Wien. Seit 2003 Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Zürich.


Aktuell im Verlag

Reihe Österreichs Eigensinn - ca. 360 Seiten, gebunden € 24,– / Sfr 34,90, WG 1111 Im Abonnement: € 20,30 / Sfr 29,50 [978-3-99027-001-1]
Nachkommenschaften
Hier war Adalbert Stifter der Vorfahr seiner literarischen Nachkommenschaften. Die späten Erzählungen zeigen ihn als großen lakonischen Avantgardisten des Schauens und des Schreibens.

Herausgegeben von Karl Wagner

Als »feuilletonistische Abnormität« hat Thomas Mann Adalbert Stifters 1867 entstandene Prosa »Aus dem bairischen Walde» bezeichnet, und das war als großes Kompliment gedacht. Das Spätwerk des österreichischen Schriftstellers hebt sich in seiner zunehmend radikaler werdenden Form von der früheren Prosa ab. Es hat Adalbert Stifter von den Lesern seiner Zeit isoliert, ihn für die Lektüre nachfolgender Generationen aber gewonnen. Als Inbegriff modernen Erzählens, das sich der zeitgenössischen Verpflichtung zum Realismus entzieht, gilt Stifters späte Prosa, die hier in einer klar konturierten Auswahl vorliegt. Sie zeigt den Autor als Avantgardisten der Wahrnehmung, als einen, den das, was heute gemeinhin als ›Plot‹ bezeichnet wird, nicht mehr wirklich interessiert. Texte wie »Nachkommenschaften«, »Der Waldbrunnen«, »Der Kuss von Sentze«, »Der fromme Spruch«, »Winterbriefe aus Kirchschlag« und »Mein Leben« sind neu zu entdecken – als eigenwillige literarische Recherche, als große Abenteuer der Schriftlichkeit.