Autoren

Joseph Roth

geboren 1894 in Brody (Österreich-Ungarn), war Schriftsteller und Journalist. Er starb 1939 in Paris.


Wiebke Porombka, geboren 1977 in Bremen, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin. Bis 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Neuere deutsche Literatur der Humboldt-Universität, arbeitet sie nun als Literaturkritikerin u. a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.



Aktuell im Verlag

Reihe Österreichs Eigensinn - 300 Seiten, gebunden, € 22,– / Sfr 29,90 WG 1118, Im Abonnement: € 20,30 / Sfr 27,70 [978-3-99027-003-5], Erstverkaufstag: 21. 8. 2012
Trübsal einer Straßenbahn
Der brillante Feuilletonist Joseph Roth unterwegs in den Städten – zwischen Katastrophen und Kuriosem, zwischen dem Alten und dem Neuen schärft er den Blick für die verräterischen Einzelheiten seiner Zeit.

Herausgegeben von Wiebke Porombka

Joseph Roth war vieles. Der melancholische Romancier einer versunkenen k.u.k.-Welt, ein programmatisch Heimatloser und ein Verklärer seiner selbst. Die schmerzhafte Klarheit seiner seit 1919 entstandenen Feuilletons aus euro-päischen Städten ist dabei kein Widerspruch. Im Gegenteil. Sie zeigt den Schriftsteller und Journalisten als radikalen Zeitdiagnostiker, der inmitten einer kriegsbeschädigten, von Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise gezeichneten Welt die Empathie zum Instrument seiner Wahrnehmung macht. Ob es das von der Weltstadt zur Provinzmetropole degradierte Wien ist, ein städtisches Obdachlosenasyl am Prenzlauer Berg oder die Tristesse des Ruhrgebiets – Joseph Roth will die »Ereignisse von Weltgeschichtsqualität« in ihren unmittelbaren, in ihren menschlichen Folgen zeigen. Auf die gesellschaftlichen Parallelwelten des Überflusses reagiert er mit angriffslustiger Ironie. Der Band »Trübsal einer Straßenbahn« versammelt Texte, die im Wiener Blatt Der Neue Tag, in der Neuen Berliner Zeitung oder in der Frankfurter Zeitung erschienen sind. Virtuos verdichtet Joseph Roth die großen Themen der Stadt in der kleinen Form des Feuilletons.