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Peter Waterhouse

(Krieg und Welt)

Peter Waterhouse

(Krieg und Welt)

Immer wieder war der Vater fort, ohne Ankündigung und auf unbestimmte Zeit. Kehrte er dann wieder, erzählte er nichts. Einmal, er war für drei Wochen im Dschungel Malaysias gewesen, konnte er dem Kind nicht in die Augen schauen. An solchen Zeichen nur entzündeten sich Ahnungen. Es sind Nachkriegszeiten, und es ist Kriegszeit, die Zeit der Malaya Emergency; und die Arbeit in geheimer Mission schafft schwierige Bedingungen für Frau und Kind.

Was bedeuten solche Ungewissheiten, Lücken für Versuche der Rekonstruktion? Wie denkt man in der Folge über Abwesenheit/Anwesenheit (tot/lebendig) nach? Und wie schlägt sich das in der literarischen Form nieder? Wo ist die Welt? Was ist die Welt?

Das Kind entwickelt Antennen für Verborgenes – sie sind es auch, die das Erzählen leiten: Bei frühesten Eindrücken setzt der Erzähler an, bei Beobachtungen des vier-, fünfjährigen Kindes, die noch nicht von Kategorien überformt sind. Ihnen spürt er nach, sie setzt er in Verbindung zu später Gehörtem, Gesehenem, Gelesenem, sie übersetzt er. Geleitet von den Begriffen Traum und Verwandlung lässt er Leben und Tod ineinandergleiten, Annäherung und Verrat, Sprache und Aufdeckung, Geheimnis und Klang. Dabei entsteht fast eine Biographie, der Grundriss der eigenen Poetik und eine aus alten Festlegungen befreite Ordnung der Welt.

Erscheinungsjahr: 2006

672 Seiten, Leinen
Lesebändchen, WG 1112

[978-3-902497-13-0]

€ 44,-

Autor:
Peter Waterhouse

Autor: Peter Waterhouse

Studium der Germanistik, Anglistik und Philosophie in Wien und Los Angeles. Er publizierte Gedichte, Essays, Erzählungen, Theaterstücke und Übersetzungen (u. a. von Michael Hamburger, Gerard Manley Hopkins, Biagio Marin, Andrea Zanzotto).

Veröffentlichungen u. a.
»MENZ«, Gedichte, 1984
»Besitzlosigkeit Verzögerung Schweigen Anarchie«, Erzählungen,1985
»passim«, Gedichte, 1986
»Sprache Tod Nacht Außen. Gedicht Roman«, 1989
»Kieselsteinplan«, Gedichte, 1990
»Verloren ohne Rettung«, 1993
»Die Geheimnislosigkeit«, Essays, 1996
»Im Genesis-Gelände. Versuch über Paul Celan und Andrea Zanzotto«, 1998

Pressestimmen

›(Krieg und Welt)‹ ist eine große Erzählung vom Schweigen. Seinem Vater, einem Agenten des britischen Geheimdienstes, setzt der österreichische Schriftsteller Peter Waterhouse ein poetisches Denkmal.
Paul Jandl, NZZ
Hier geht es nicht um ein mechanisches Schildern der Realität, sondern darum, die Welt zu erkunden, indem man ihr Worte und Namen gibt. Trotz des Umfangs stellt sich nirgends so etwas wie eine Konvention des Schreibens ein.
Klaus Kastberger, Die Presse

Ein ganz fein gesponnenes Textgewebe, ein Sprachkunstwerk der Genauigkeit.

Andreas Puff-Trojan, ORF, Ex libris
So viele zarte und zugleich komplizierte, naturmagische, lebensbejahende und zugleich todtraurige Melodien waren in einem Buch der Gegenwartsliteratur noch nie zu hören.
Michael Braun, Badische Zeitung
Eine bedingungslose Suche nach der dialektischen Wechselbeziehung zwischen Anwesendem und Abwesendem. Peter Waterhouse erforscht Substanz, Form und Bedeutung von Abwesendem und macht so das Anwesende überhaupt erst sichtbar. Ein berührendes Buch von philosophischer Qualität über Abschiede.
Cornelia Jentzsch, Deutschlandfunk
Peter Waterhouse hat sein alle literarischen Gattungen sprengendes Hauptwerk vorgelegt. Ein ungewöhnliches, doch im Detail geschichtenreiches, inständig fragendes, zweifelndes, ›schweigsames‹ Buch.
Michael Buselmeier, Die Zeit