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Ulrich Koch

Dies ist nur der Auszug
aus einem viel kürzeren Text

2021
Ulrich Koch

Dies ist nur der Auszug
aus einem viel kürzeren Text

Gedichte

»Das Schreiben hört nicht auf, es quält mich, endloser Schneefall«, heißt es an einer Stelle in diesem Band. An einer anderen: »Aus Platzgründen schreibe ich Gedichte« – und man kann sich fragen, weil sie kürzer sind oder weil darin mehr Platz hat? Mehr Schnee, mehr Hinterland mit Bahnübergängen, Fahrradständern, Löschteichen und den Wolken darin, mehr Unstillbares, mehr Sehnsucht. Eine Notiz lautet: »Einsamkeit: Die erste Person Singular ist in der Mehrzahl« – also immerhin nicht allein. Und das trifft auch auf diese Gedichte zu: Sie schauen einander ähnlich, sie würden einander erkennen können, auch an dem Ich, von dem sie handeln. Es versöhnt einen, vielleicht auch mit der eigenen Einsamkeit, von diesem Ich zu wissen, von seinem Alltag, den es nüchtern beobachtet und dem es gleichzeitig Bilder und Verse von überraschender Leuchtkraft abgewinnt. Diese Gedichte sind groß, groß genug für Gegensätze und Selbstwidersprüche, und sie nehmen sich zurück, als hätten sie sich gekürzt. Sie sind das, was übrig bleibt, wenn das Ich – »Ein Niemand / Unvergessen« – gestrichen ist.

Wusstest du, Ulrich Koch, denn nicht, dass ich,
Ulrich Koch, dich, Ulrich Koch, beobachte?,
schreibt mir, Ulrich Koch, Ulrich Koch
heimlich. Wie kann ich,
antworte ich leise, wissen, was ich weiß,
bevor ich lese,
was ich schreibe?
Erscheinungsjahr: 2021

160 Seiten, gebunden

WG: 1151
ISBN: [978-3-99027-259-6]

Preis: € 23,-
Erstverkaufstag: 27.8.2021

Autor:
Ulrich Koch

Autor: Ulrich Koch

Er veröffentlichte seit 1995 zahlreiche Bände mit Gedichten und wurde 2011 mit dem Hugo-Ball-Förderpreis ausgezeichnet.

Pressestimmen

Eigentlich sollte Ulrich Koch bekannter sein als er es heute ist. Es macht sich bemerkbar, dass ihm die Gschaftlhuber-Rolle nicht liegt. So entsteht Buch um Buch ein Werk, das sich immer fantastischer
ausnimmt in der gegenwärtigen Lyrikszene, doch die große Bühne bleibt ihm verwehrt. Was tun? Koch lesen, was sonst!
Anton Thuswaldner, FAZ
Aus den Gedichten von Ulrich Koch lassen sich gut einzelne Sätze herausgreifen, die man den ganzen Tag mit sich herumtragen kann. Ihm gelingt es, manche Dinge derart auf den Punkt zu bringen, dass es nicht verwundern muss, wenn das Restgedicht drum herum (nur) flankierend wirkt. Ein einprägsamer Satz und sein Dunstkreis.
Birthe Mühlhoff, Süddeutsche Zeitung

Bildertrunken setzt er seine Welt von Grund auf neu zusammen. Diese Form von sprachlich pointiertem, dem Komischen nicht abgeneigten Surrealismus ist vielleicht die höchste Form von Realismus.

Gregor Dotzauer, SWR 2
Der Dichter Ulrich Koch ist eine Ausnahmeerscheinung unter den Lyrikern der Gegenwart. (...) Mittlerweile gilt der Dichter als verlässlichster poetischer Chronist eines melancholischen Daseins in der Provinz.
Michael Braun, Literatur im Gespräch, SR2
Ein Band voller unprätentiöser und einprägsamer Verse, die der Angst vor dem Verstummen mit fatalistischer Heiterkeit abgerungen sind, deren augenzwinkernde Aufmerksamkeit sich mitteilt und nachhallt: „Lachen ist die schönste Todesart“.
Beate Tröger, Darmstädter Jury "Buch des Monats e.V."
Ulrich Kochs Gedichte aus dem Flachland des Lebens sind sowohl Daseinsfeier als auch Sprachartistik, und zugleich unterminieren sie auf ätzende Weise beides. Hier blickt einer mit solcher Skepsis gegen alles Gelingen in die Welt, dass daraus bissige, abgründige, brillante Gedichte entstehen.
SWR Bestenliste
Koch ist einer der anerkannt besten und zugleich zurückhaltendsten Dichter der Republik. [...] Seine mal ganz kurz gefassten, mal in Versalien gemeißelten, mal in lyrische Prosa auslaufenden Gedichte führen ihre Leser in die schönste Irre.
Hans-Martin Koch, Landeszeitung

Ich war, als ich in diesen Gedichten las,
wie auf einem immerwährenden
Nachhauseweg.

Arnold Stadler
Das sind die besten Gedichte, die ich seit Jahren gelesen habe – gnadenlos (auch gegen sich selbst) und hellwach.
Hermann Peter Piwitt

Das ist ein Blatt mit starkem Rückgrat, das schwebt.

Elke Erb
Was für ein ungeheuer klares, ungeheuer einfaches, ungeheuer kompliziertes Schreiben. Weitab von den sonstigen aufregenden Entwicklungen jetziger Lyrik und mit langen Pausen hat Ulrich Koch nun über viele Bände hinweg seine völlig eigene Poetik einer schwierigen Einfachheit entwickelt.
Florian Kessler