»Man mag dem, was als ›Kanon‹ gilt, misstrauen und ihn dekonstruieren, aber es ist vielleicht auch kein Zufall, dass bestimmte Autorinnen, Autoren und deren Werke über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte im Gespräch bleiben und immer wieder neu entdeckt werden. [...]
›Ja, ich bin allerdings ein Dichter für Schwindelfreie‹, wird Schnitzler am Umschlag zitiert. Dergleichen Selbstauskünfte von Dichtern darf man misstrauen, sind sie doch auch immer PR in eigener Sache. Aber in diesem Falle hat es schon seine Richtigkeit. Mit der professionellen Distanz des promovierten Mediziners wirft Schnitzler einen Blick in die Abgründe des menschlichen Begehrens, der tatsächlich Schwindel verursachen kann.«