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Martin R. Dean

Verbeugung vor Spiegeln

aktuell
Martin R. Dean

Verbeugung vor Spiegeln

Über das Eigene und das Fremde
Essays

Shortlist Schweizer Buchpreis 2015

Man könnte meinen, das Fremde sei allgegenwärtig. Jedenfalls gibt es kaum ein Thema, das von der Tagespolitik über die Medien bis zu den Stammtischen so heftig diskutiert wird, und immer geht es um die Fremden und um Abwehr, Regulierung und Integration.

Martin R. Dean, als Sohn eines Vaters aus Trinidad in der Schweiz geboren, kennt die Debatte, vor allem aber kennt er die Erfahrung, die er in vielen seiner Romane fruchtbar gemacht hat. So auch in diesem Buch, in dem er das Fremde als radikale Erfahrungsmöglichkeit im Austausch unter Menschen beschreibt. In einer Art Selbstbegegnung sucht er nach Spuren der eigenen Verwandlung, wie sehr ihn das Fremde, die Begegnung mit dem anderen, auf Reisen, in der Literatur, zu dem gemacht hat, der er ist. Und er kommt zu einem überraschenden Schluss: Das Fremde, das eigentliche Kapital der Moderne, droht in den Prozessen der Globalisierung zu verschwinden.

Um es wiederzugewinnen, müssen wir darauf bestehen, dass das Fremde fremd bleibt, wir müssen es aushalten. Und wir müssen vor allem »verlernen«, es uns verständlich machen zu wollen.

Das Fremde in uns und das Fremde um uns - beides könnte und sollte uns bereichern.
Martin R. Dean hat diese Erfahrung gemacht.
Erscheinungsjahr: 2015

104 Seiten, gebunden
auch als e-book erhältlich

WG: 1118
ISBN: [978-3-99027-069-1]

Preis: € 15,90

Autor:
Martin R. Dean

Autor: Martin R. Dean

Sohn einer Schweizerin und eines karibischen Vaters aus Trinidad. Studium der Germanistik, Ethnologie und Philosophie.

Pressestimmen

Seinen Essayband «Verbeugung vor Spiegeln» (gibt es ein schöneres Bild für Stolz und Demut des Melancholikers?) eröffnet Dean mit dem lakonischen Satz: «Das Fremde ist am Verschwinden.» Das könnte man tröstlich finden. Indessen zeigt nun Dean, dass Ausgrenzung und Einebnung aller Fremdheit gerade jenes Malaise befördern, das die Begegnung mit dem anderen erst ausgelöst hatte. Wie das Fremde im Eigenen den Spiegel des anderen braucht, davon handeln in wohltuender Unaufdringlichkeit, aber mit existenzieller Dringlichkeit diese Essays.
Roman Bucheli, NZZ
...so geschieht es im sorgfältig gedachten und sensibel formulierten Text – gewissermassen im Bijoux unter den Texten dieses Buches - , den Martin R. Dean Thomas Mann und seiner Romanfigur Felix Krull gewidmet hat. Gleich einem Seismographen vermisst er die Auswirkungen der „Flügelschläge eines brasilianischen Schmetterlings“, die ihre nachhaltigen Verunsicherungen in Manns Seele hinterlassen haben. Die Aktualität solcher Sicht bricht beunruhigend auf, wo es Dean gelingt, Thomas Mann als ein Modell zu deuten „für alle jene, die durch die Globalisierung wurzellos geworden sind.
Peter K. Wehrli