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Adalbert Stifter

Nachkommenschaften

OE
Adalbert Stifter

Nachkommenschaften

Späte Erzählungen
Herausgegeben von Karl Wagner

Als »feuilletonistische Abnormität« hat Thomas Mann Adalbert Stifters 1867 entstandene Prosa »Aus dem bairischen Walde» bezeichnet, und das war als großes Kompliment gedacht. Das Spätwerk des österreichischen Schriftstellers hebt sich in seiner zunehmend radikaler werdenden Form von der früheren Prosa ab.

Es hat Adalbert Stifter von den Lesern seiner Zeit isoliert, ihn für die Lektüre nachfolgender Generationen aber gewonnen. Als Inbegriff modernen Erzählens, das sich der zeitgenössischen Verpflichtung zum Realismus entzieht, gilt Stifters späte Prosa, die hier in einer klar konturierten Auswahl vorliegt. Sie zeigt den Autor als Avantgardisten der Wahrnehmung, als einen, den das, was heute gemeinhin als "Plot" bezeichnet wird, nicht mehr wirklich interessiert.

Texte wie »Nachkommenschaften«, »Der Waldbrunnen«, »Der Kuss von Sentze«, »Der fromme Spruch«, »Winterbriefe aus Kirchschlag« und »Mein Leben« sind neu zu entdecken ? als eigenwillige literarische Recherche, als große Abenteuer der Schriftlichkeit.
Erscheinungsjahr: 2012

Reihe Österreichs Eigensinn
368 Seiten, Leinen mit SU

vergriffen
ISBN: [978-3-99027-001-1]

Autor:
Adalbert Stifter

Autor: Adalbert Stifter

Stifter studierte in Wien Rechtswissenschaften. Er war zunächst Privatlehrer, danach freier Schriftsteller und ab 1853 als Konservator für Oberösterreich bestellt.

Pressestimmen

Elementarkräfte

Unser Blick auf den österreichischen Erzähler Adalbert Stifter (1805-1868) ist mehrfach getrübt. Zum einen durch die so geistvollen wie rasend ungerechten Essays, die Arno Schmidt dem »sanften Unmenschen? widmete, zum anderen durch Thomas Bernhards Invektiven in seinem herrlichen Roman »Alte Meister?. Als Dichter der Gänseblümchen gilt uns der schwere, düstere Mann seither. Zu Unrecht, wie der Germanist Karl Wagner, der seit 2003 in Zürich lehrt, in diesem klug zusammengestellten, mit einem gescheiten Nachwort versehenen Band zeigt. Er versammelt sieben Texte aus Stifters Spätzeit, die hier meist nach der historisch-kritischen Gesamtausgabe, daneben auch nach der Winkler-Edition wiedergegeben werden. Sie führen von der Künstlernovelle »Nachkommenschaften« »Der Waldbrunnen« und »Der Kuß von Sentze« über die erste Fassung von »Der fromme Spruch« bis zu den »Winterbriefen aus Kirchschlag«, der Skizze »Ais dem bayerischen Walde« und dem knappen Abriss »Mein Leben«. Besonders in seinen Schilderungen des Winters zeigt sich Stifter hier als abgründiger Meister in der Gestaltung elementarer Kräfte. Im »Kuß«beweist er aber auch, dass er – entgegen dem gängigen Vorurteil – Humor hat. Man staunt Satz für Satz und greift neugierig wieder zu »Witiko« und »Nachsommer«
Manfred Papst, NZZ am Sonntag

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