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Eva Schmidt

Die untalentierte Lügnerin

Eva Schmidt

Die untalentierte Lügnerin

Longlist Deutscher Buchpreis 2019

Nachdem ihr Versuch, Schauspielerin zu werden, gescheitert ist, kehrt Maren zurück an den Ort ihrer Kindheit. Mit ihrer bevormundenden Mutter, einer so egozentrischen wie erfolglosen Künstlerin, und ihrem Stiefvater Robert, einem reichen Unternehmer, der für alle und alles aufkommt, lebt sie in dem luxuriösen Haus am See. Als die Spannungen zwischen Maren und ihrer Mutter zunehmen, bietet ihr Robert die Firmenwohnung an. Dort findet sie bald heraus, dass er offenbar ein Doppelleben führt, dass er ihre Mutter nie geliebt hat, dass so vieles anders sein könnte in ihrer kleinen Welt, als es schien. Und dass der Zwang zu lügen stärker wird, je mehr sie weiß.

So wie es hinter der stillen Oberfläche ihrer Sätze rumort, so monströs sind die scheinbar alltäglichen Verhältnisse, von denen Eva Schmidt hier erzählt, so berührend wirkt der kühle Ton, den sie anschlägt: ein Psychogramm ohne Psychologie, ein gleichermaßen feinsinniger wie aufregender Roman über den Wunsch nach Nähe und die Sehnsucht nach Grenzüberschreitung.
Erscheinungsjahr: 2019

210 Seiten, gebunden
auch als e-book erhältlich

WG: 1112
ISBN: [978-3-99027-230-5]

Preis: € 22,-

Autorin:
Eva Schmidt

Autorin: Eva Schmidt

Sie hat neben Erzählungen in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften drei Bücher veröffentlicht,
zuletzt »Zwischen der Zeit« (1997).
»Ein langes Jahr« ist ihr erstes Buch seit fast 20 Jahren.

Pressestimmen

Mit ihrem neuen Buch schreibt Eva Schmidt ihre „Erkundung menschlicher Minihöllen“, wie das ein Kritiker nannte, auf beeindruckende Weise fort; radikal fokussiert auf das bloße Zeigen bestimmter prekärer Zustände und Zusammenhänge, ohne jegliche Zugeständnisse an Markt und Moden. Wie Eva Schmidt es dabei vermag, das Monströse im Verschwiegenen, Verleugneten oder Ungesagten zu beschwören und fühlbar zu machen, das ist famos.
Peter Henning, WDR3 Mosaik
Genau dieses Unauffällige beeindruckt, ebenso die klare, unprätentiöse Sprache. Eva Schmidt ist eine Autorin mit großem Sensorium für die Psychologie des Alltäglichen. Sie beherrscht, was nur wenigen gelingt: den Stoff für unaufdringliche Bücher so überzeugend zu gestalten, dass sie umso bedeutsamer werden.
Gerhard Zeillinger, Der Standard

Eine Autorin, deren Erzählkunst den Lesenden nicht mehr loslässt.

Cornelia Stahl, Büchereinachrichten
Vieles ist an diesem herausragenden Roman zu loben – allein schon die Sprache, […] Es liegt an den Sätzen, dass man dieses Buch nie „ausgelesen“ hat, sondern sich immer wieder darin verfängt, sobald man es aufschlägt. Musikalische Sätze, die über Abgründe gespannt sind und manchmal über die hinausführen. Das eigentlich Sensationelle an diesem Roman ist ja, wie er ohne große Proklamation ein anderes Leben für möglich hält. Wie er Maren dieses andere Leben ohne Lüge zutraut, ohne in pompöse Proklamationen zu verfallen. […] Jedenfalls ist eine Prosa dieser Intensität selten. Sehr selten.
Redaktion Ex Libris / Ö1, Jurybegründung Buch des Monats 04/19
Ihre Sprache ist knapp und präzise, kennt weder Adjektivhäufungen noch ausgefallene Wortwahl. […] Was wie darstellerische Kargheit wirkt, hat zugleich eine große Kraft und Geschmeidigkeit, sodass ohne jede spektakuläre Zutat ein eindringlicher Sog entsteht.
Evelyn Polt-Heinzl, Die Presse
Zu lesen, wie grausam können Wahrheiten in Familien sein. können, entwickelt schnell einen Sog; einiges bleibt offen, die Leerstellen muss man selber füllen. Großartig.
Barbara Meixner, Buchmarkt
Eva Schmidts Geheimnis sind […] Psychogramme, ohne dass sie die Psychologie heraushängen lässt. Und: Bittet jemand in diesem Roman um Feuer, greift man unwillkürlich in die eigene Tasche. Hat Maren Halsweh, überlegt man, ob man im Bad etwas zum Gurgeln für sie hat ... Eva Schmidt – eine Kandidatin für den heurigen Österreichischen Buchpreis, hoffentlich.
Peter Pisa, Kurier

Berührend wird über die Suche nach dem richtigen Leben geschrieben, das es im falschen nicht gibt.

Ulrike Matzer, Magazin Literaturhaus Wien
Wirklich bestechend an Eva Schmidts zweitem Roman nach ihrer 20jährigen Veröffentlichungspause ist wiederum ihr Stil: einerseits präzise, ein wenig kühl und distanziert, andererseits geprägt von hintergründigen Auslassungen wichtiger Informationen, die – sobald man sie durchschaut zu haben glaubt – den Blickwinkel beim Lesen verschieben. Wieder ein gelungener Roman, auf eine ganz eigene, schöne Art nimmt das Buch gefangen – bitte mehr davon!
Weiberdiwan
Eine aufmerksame Zuhörerin und eine genaue Beobachterin […], die in der kompromisslosen Reduktion auf Wesentliches ganz bewusst Lücken für die Fantasie belässt und sich ihre Inspiration aus jenen Geschichten holt, die das Leben so schreibt. Und die sind bekanntermaßen selten abgerundet, stattdessen meistens fragmentarisch. Eva Schmidts Literatur ist kein opulentes, quirliges Gewässer, sondern ein ruhig dahinfließender Strom, dessen Charme eher von herber Natur ist.
Annette Raschner, Kultur – Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
Die Autorin zeigt dabei auf, dass trotzdem nicht alles dramatisch und voller Pathos sein muss. Sie beherrscht einen unaufgeregten Erzählstil, der vor allem die Zwischentöne und das Unausgesprochene zum Vorschein bringt und gerade dadurch nachhaltig beeindruckt.
Verena Resche, drehpunktkultur.at
Eva Schmidt gelingt es in dem packenden und verstörenden Roman, gleichzeitig das Wesentliche kühl und sachlich zu beschreiben, wie alles Weitere gerade durch Aussparungen für den Leser intensiv und nah werden zu lassen – absolut zu empfehlen!
Carolin Ahrabian, Medienprofile

Verblüffend, wie genau die 1952 geborene Vorarlbergerin vom prekären Lebensgefühl der Enkelgeneration erzählt.

Richard Kämmerlings, Die WELT
Die Vorarlbergerin, die sich als 67jährige auf eindrücklichste in das Leben einer 20jährigen in der Gegenwart versetzen kann, beschreibt fein und ziseliert, verliert sich nicht in psychologischen Deutungen und lässt Leben ganz nah passieren. […] Eva Schmidts Erzählton ist der einer Beobachtenden, unaufdringlich und dezent.
Gallus Frei-Tomic, literaturblatt
Weitaus mehr als eine Skizzierung der Persönlichkeit, weil Eva Schmidt auch ohne große Worte in tiefere Schichten vordringt, ohne jemandem zu nahe zu treten oder ihn gar bloßzustellen. Oft passiert nur wenig, und doch bleibt die aufgebaute Spannung erhalten. Kleine Details lassen die Personen lebendig werden.
Helmut Voith, Schwäbische (Friedrichshafen)

Gerade aufgrund seiner Lakonie und Distanz beklemmend. […] Ein sprödes, ein einnehmendes, ein unangenehmes Buch.

literatourismus.net