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Nadine Schneider

Drei Kilometer

Nadine Schneider

Drei Kilometer

Rumänien 1989: Die Hitze ist drückend, das Getreide steht hoch, sonst würde man bis zur Grenze sehen können. Der Gedanke an Flucht liegt verlockend und quälend nahe, noch weiß niemand, was kommt und was in ein paar Monaten Geschichte sein wird.

In einem Dorf im Banat, weit weg von Bukarest, dem Machtzentrum des Ceaușescu-Regimes, erlebt Anna einen Spätsommer von dramatischer und doch stiller Intensität. Sie ist hin- und hergerissen, nicht zuletzt zwischen Hans, ihrem Geliebten, und Misch, dem gemeinsamen Freund.

Bei wem will sie bleiben? Mit wem will sie gehen? Und ist Hans tatsächlich ein Spitzel, wie Misch vermutet? Mit diesen Fragen bewegt sich Anna plötzlich gefährlich nahe an der Grenze zwischen Treue und Verrat.

Atmosphärisch dicht und schnörkellos erzählt Nadine Schneider von den persönlichen Verstrickungen in einer Zeit vor dem politischen Umsturz. Und davon, was es braucht, um zu bleiben – oder was es bedeutet, sein Land zu verlassen, für sich und die, die man zurücklässt.
Erscheinungsjahr: 2019

160 Seiten, gebunden

WG: 1112
ISBN: [978-3-99027-236-7]

Preis: € 20,-

Lesung und Interview mit Christoph Schröder: https://www.wiesbaden.de/microsite/literaturhaus/veranstaltungen/content/nadine-schneider.php

Autorin:
Nadine Schneider

Autorin: Nadine Schneider

Nadine Schneider studierte Musikwissenschaft und Germanistik in Regensburg, Cremona und Berlin. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten in Anthologien, war mehrfach Stipendiatin der Bayerischen Akademie des Schreibens und wurde für Auszüge aus ihrem Debütroman beim Literaturpreis Prenzlauer Berg ausgezeichnet.

Pressestimmen

Bei diesem Debüt ist das große Weltenbeben oft nicht mehr als ein Hintergrundrauschen, vor dem sich dennoch existenzielle Konflikte abspielen und Liebe und Loyalität, Zugehörigkeit und Identität oder einfach nur das Ende der Jugend mit einer souveränen Lässigkeit geschildert werden. Nadine Schneiders Roman ist wie ein Lied, das man nicht oft genug hören kann. Und daher will ich für die Zukunft nicht ausschließen, Drei Kilometer noch ein viertes, fünftes oder sechstes Mal zu lesen.
Jan Brandt in seiner Laudatio zum Fuldaer Förderpreis
Noch ist die Zeit für den Aufstand nicht gekommen, doch die Risse sind unübersehbar für das Auge der sensiblen Erzählerin. Wie die Hunde im Roman hat sie ein außerordentliches Gespür für die zwischenmenschlichen Beziehungen, für die Zeichen eines kommenden Umsturzes. … Ein Roman, der weniger Schockwellen auslöst als vielmehr ein Gefühl der Unausweichlichkeit.
Elmar Schenkel, FAZ
Das Bestechende an "Drei Kilometer" ist der Umstand, dass seine Autorin nichts versucht, was sie nicht auch beherrscht. Das ambitionierte Metapherngedröhne, das so manches hoch gelobte deutschsprachige Debüt in diesem Jahr charakterisierte, fehlt bei Nadine Schneider ebenso wie staatstragende politische Eindeutigkeit. Schneiders Sprache ist durchsetzt und grundiert von poetisch aufgeladenen Beobachtungen und Beschreibungen, doch bleibt der Blick der Erzählerin stets auf die engen Verhältnisse fokussiert. Es zählt das, was gerade ist.
Christoph Schröder, Die Zeit
Ein unsentimentaler Ton, in den gerade so viel verhaltenes Gefühl gelegt wird, dass die erzählerische Distanz nie aufbricht. […] Nadine Schneider versteht es, mit Nuancen umzugehen, und bei der Lektüre vergisst man, dass es sich um ein Debüt handelt – so dicht und klar und souverän ist diese Prosa.
Gerhard Zeilinger, Der Standard

Sehr gelungen.

Gundula Ludwig, NZZ am Sonntag
Die in Berlin lebende Autorin hat ein schmales, aber beeindruckendes Romandebüt vorgelegt, das gerade aufgrund der sprachlichen Lakonie und der Zurückgenommenheit der Figuren atmosphärisch eine Situation auferstehen lässt, die fernab und im Wirbel der deutschen Wende untergegangen ist.
Ulrike Baureithel, Freitag
Nadine Schneider hält in ihrem Erstlingswerk durchgängig die Spannung. Der Fluss des Erzählens läuft gleichmäßig und schlüssig von Anfang bis Ende, ohne Brüche oder Kunstgriffe. Der Autorin ist mit „drei Kilometer“ ein unspektakulärer und deshalb umso beachtlicherer Beginn einer Schriftstellerinnenkarriere gelungen, die man ihr ebenso wie dem Publikum wünscht.
Stefan May, Ö1 Ex libris

Nadine Schneiders Debütroman ist ein kleines, feines und stilles Buch über ein großes, grobes und lautes Ereignis.

Thomas Plaul, SR2
Mit diesem Roman ist Nadine Schneider ein fesselndes Sittengemälde des rumäniendeutschen Dorfes in der Endzeit des Sozialismus gelungen. Die Zerrissenheit der Helden zwischen Bleiben und Gehen bestimmt ihr Leben im Provisorium. Trotz gewissem Pathos kommt das schmale Bändchen mit einer gewinnenden Leichtigkeit daher […] ein gelungenes Debüt. Wunschträumen die Wirklichkeit allzugerne ausspart.
Edith Ottschofski, Deutschlandfunk
Nur wenige Wochen Zeit umspannt der Roman, in denen aber ein ganzes Dorf-Leben inmitten seiner Landschaft und Traditionen pulsiert. In der brütenden Hitze, zwischen dem ruhigen Fluss des ärmlichen Landlebens und der monotonen Fließbandarbeit in der nahegelegenen Stadt entsteht eine fast greifbare Atmosphäre der Zerrissenheit, von Gefühlen, Beziehungen, Erinnerungen, dem Wunsch zu gehen – und doch zu bleiben, nach Veränderung und der Angst vor dem, was sie bedeutet. […] Der Autorin [ist] eine authentische Erzählung gelungen, die die Stimmung kurz vor dem Untergang des Ceausescu-Regimes in Rumänien glaubhaft wiedergibt. Beeindruckend.
Buchprofile/medienprofile. Medienempfehlungen für die Büchereiarbeit
Immer wieder findet Nadine Schneider unerwartete und höchst individuelle Sätze und Bilder, um diesen kleinen Lebenshorizont aus seiner scheinbaren Banalität zu heben und den Alltag zum Leuchten zu bringen. Langsamkeit und Beiläufigkeit machen dieses Erzählen stark. […] in einer solchen Unmittelbarkeit, dass man meinen könnte, die Autorin hätte es selbst erlebt. […] Man wünscht sich weitere Romane von Nadine Schneider, die so genau erzählen kann und ganz ohne große Erklärungen auskommt.
Cornelius Hell, Die Presse
… äußerst bemerkenswert. Neben einer souveränen und bilderstarken Sprache ist da vor allem die Verbindung von mehreren Ebenen, die organisch ineinandergreifen. […] wie nebenbei ein Kommentar zum Verstehen, wie das Leben in einem Unrechtsstaat möglich war, und was Heimat sein kann.
Christian Eidloth, ekz Bibliotheksservice
Anhand von Gesprächsthemen der Figuren oder Details aus dem Alltag […] wird die Geschichte historisch und kulturell eingebettet, ohne dass das Lokalkolorit aufdringlich würde […] Mit genauem Blick auf einen Augenblick der Weltgeschichte und ihrer unaufgeregten Erzählstimme gelingt der Autorin ein literarisches Zeitdokument, […] eine glaubhafte Geschichte über die Verflechtung persönlicher und politischer Umbrüche.
Veronika Zwing, Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien
Es liegt eine ungewöhnliche erzählerische Ruhe für eine junge Autorin darin, sich so neben die Figuren zu stellen und mit ihnen und durch sie zu sprechen. […] Neben der Musikalität und dem sicheren „Einsetzen“ von sprachlichen Bildern ist es die Dialog-Sprache, die ebenfalls besticht […] ein feines Debüt.
Carsten Schmidt, Feuilletonscout.com

Ein sehnsuchtsvoller Roman, eindringlich und bewegend. Der Tonfall ist eher leise, umso lauter hallen die geweckten Emotionen nach.

Jennifer Hahn, leseninleipzig.de
Dieser Roman sticht aus der literarischen Masse hervor, weil er auf laute Töne sowie epische Breite verzichtet – und dennoch einiges zu erzählen hat. […] Leise und mit präziser Bildsprache erzählt Nadine Schneider von dramatischen Zeiten. Und nicht zuletzt zeigt sie uns, dass gute Literatur auch berühren darf.
Begründung Shortlist "Das Debüt" 2020
Ich lese Bücher gerne mit einem Bleistift in der Hand und streiche die Stellen an, die mir besonders gut gefallen, um sie später nochmals zu finden. Je nun, bei Nadine Schneiders kleinem Roman DREI KILOMETER hab ich bald den Bleistift weggelegt, nicht, weil es mir nicht gefallen hätte, sondern im Gegenteil, weil ich schon auf den ersten 20 Seiten gesehen habe, dass ich das ganze Buch vollkritzle. […] Lesen Sie dieses Buch, das so viele große Themen im scheinbar Kleinen berührt.
Barbara Brunner, Sortimenterbrief
Keine lauten Protagonisten, keine vom Plot getriebene Story. Nur eine stetig fein fließende Sprache, viel Lesen zwischen den Zeilen. […] Schneiders Sprache ist so stark, bildreich und sinnlich, dass ich den Roman lese, wie ich einen Kinofilm sehe. […] Ein Leuchten!
Marina Büttner, literaturleuchtet.wordpress.com
Die Spannung kommt aus ihrem Erzählen, das immer mehrere Schichten hat, aus der Zerrissenheit, die hier nicht lediglich ausgehalten, sondern als Wert erlebt wird. Und aus den lebendigen Bildern, die uns die Autorin in ihrer präzisen, subtilen Sprache vor Augen bringt.
Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland

Ein großartiges Debüt, ein eindringlicher Roman über das Eingesperrtsein und seine Folgen für die Seele.

"Ruth liest", http://ruthjusten.de
Ich kann mich nicht erinnern, schon mal einen Roman gelesen zu haben, der diese Ära in den Mittelpunkt stellt. Und genau das macht diesen Roman für mich zu einer interessanten, ja, einer Pflichtlektüre. […] Die Sprache ist leise, atmet Atmosphäre. […] Die Geschichte ist keine erschöpfende Abhandlung der Zeit, lässt aber ein lebendiges Bild entstehen. Und das reicht, das lässt nichts vermissen.
mikkaliest.de
rezension-nadine-schneider
Mit großer Behutsamkeit und bemerkenswertem Einfühlungsvermögen hat Schneider die jüngste Geschichte Rumäniens und damit die ihrer Familie aufgearbeitet und mit einem fiktiven Figurensetting verflochten. […] Authentisch und trotz der bitteren Realität mit poetischer Leichtigkeit er­zählt.
Maria Renhardt, Die Furche
Nadine Schneider […] erzählt leise, poetisch und völlig unsentimental eine berührende Geschichte. […] Ein wirklich souveränes, schönes Debüt, das im Jahr der so erfolgreichen Debütromane […] unbedingt noch mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.
Petra Reich, literaturreich.de
Nadine Schneiders Schilderungen der Natur und der Jahreszeiten, des Selbstverständlichen und des Besonderen verdichtet sie zu hoher Intensität. […]Das liest sich packend, großartig, bewegend.
Jan Haag, con=libri
Anna ist eine der authentischsten Figuren, von denen ich je gelesen habe. […] Mit ihrer weichen Stimme malt sie Bilder eines Rumäniens, das einen Schmerz in mir weckte, als würde sie mir von einer gemeinsamen verlorenen Freundin erzählen.
Eva Pegel, pfeil-undbogen.de
Eines der wenigen Bücher, die mich in den letzten Wochen richtig gepackt haben! Nadine Schneider schreibt schnörkellos und auf lässige Weise poetisch, über einen strahlenden Sommer, prickelnde Lebenslust, den Fortgang geliebter Menschen und den Untergang des diktatorischen Regimes. Der Grundton bleibt stets hell, mal gespannt optimistisch, mal lakonisch. Tolles Debüt!
Kerstin Dittert, femundo.de

Weitere Bücher der Autorin

14.05.2021

LEIDER ABGESAGT! 18. LeseLust in Ansbach

Nadine Schneider, "Drei Kilometer"
20 Uhr, Kunsthaus, Reitbahn 3, 91522 Ansbach
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